Mucositis ? was ist das und warum bekommt man sie?


Die Mundschleimhaut ist die oberste Schicht unserer Mundhöhle. Sie ist ein leicht verletzbares Organ mit einer hohen Erneuerungsrate (Gewebe-Turnover) von nur 12 Tagen. Auf ihr leben über 1000 Arten von Mikroorganismen wie die z.T. pathogenen Bakterien Actinobacillus actinomycetemcomitans und Porphyromonas gingivalis oder der Hefepilz Candida albicans zusammen. Viren sind im Mund beim Gesunden kaum nachweisbar. Der gesunde Mensch lebt mit einigen dieser Mikroorganismen symbiotisch (zum gegenseitigen Nutzen) zusammen.
 
Die ersten Anzeichen der Mucositis sind Rötung und Schwellung der Mundschleimhaut. In der Folge kann es zu Schmerzen, Infektionen und Geschwüren im Mund (Mundulzera) kommen. Mundulzera können innerhalb von fünf bis zehn Tagen nach einer Chemotherapie beginnen. Die Schwere und Häufigkeit hängt weitgehend von der Art der Chemotherapie ab. Bei der Strahlentherapie beginnt die Mucositis nach etwa 2 Wochen, beim zweiten Bestrahlungszyklus eventuell früher.
 
Chemo- und Strahlentherapie greifen beide in den Zellteilungsvorgang ein. Sich schnellteilende Zellen wie die Mundschleimhautzellen, die sich alle drei Tage teilen, werden so direkt betroffen. Regenerieren sich diese Zellen nicht mehr, kommt es zu Geschwüren im Mund. Sinkt dabei die Zahl der weißen Blutkörperchen, steigt das Risiko einer Mundinfektion.
 
Oft erhalten Patienten hohe Dosierungen von Chemotherapeutika oder eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie, wie insbesondere bei der Knochenmarkstransplantation (KMT). Bei der KMT wird das körpereigene Knochenmark durch die Chemotherapie zunächst zerstört, bevor die Transplantation des neuen Knochenmarks erfolgt. Gerade für diese Patienten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, eine ausgeprägte Mucositis zu bekommen. Die Mundschleimhaut der abwehrgeschwächten Patienten kann durch die Bakterien und Pilze der normalen körpereigenen Mundflora weiter geschädigt werden.
 
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