Pathophysiologie


Die Entstehung und Heilung der Mucositis ist ein komplexer biologischer Prozess, der in 4 Phasen abläuft.
 
Mucosits beginnt mit der Aktivierung reaktiver Sauerstoffradikalen und biologischer Prozesse, die den Untergang von Zellen des Epithels und der Submucosa einleiten (Sonis, Stephan T 2004). Der Zellfaktor NF-ĸB (Nuclear Factor Kappa B) ist der zentrale Ausgangspunkt dieser Reaktion. Wird der Zellfaktor NF-ĸB angeregt, werden eine Reihe zellschädigender Botenstoffe vom Körper erzeugt, die den Entstehungsprozess der Mucositis einleiten.
 
  • Entzündungsphase: zellschädigende körpereigene Botenstoffe (Zytokine) bilden sich. Die Zellen des Epithels werden geschädigt, die Gefäßbildung angeregt und die Mundschleimhaut mit weiteren toxischen Substanzen belastet.
  • Epitheliale Phase: die Neubildung des Epithels verlangsamt sich, die Mundschleimhaut bildet sich zurück. Erste kleine Geschwüre (Ulzera) werden sichtbar.
  • Ulzerative Phase: die Ulzera nehmen zu. Es kommt nun zu einer massiven Kolonisation von Bakterien, Pilzen und auch Viren auf der Mundschleimhaut. Eine fortschreitende Zytokin - Freisetzung beschleunigt den Prozess.
  • Heilungsphase: sie beginnt nach der Beendigung der Chemo- oder der Strahlentherapie und ist verbunden mit der Neubildung der Leukozyten. Allerdings wird eine stark geschädigte Schleimhaut nicht wieder den ursprünglichen Zustand erreichen. Sie wird bei einer erneuten Krebsbehandlung immer anfälliger bleiben als eine nicht vorgeschädigte Schleimhaut. Ein Grund für eine frühe Mucositis-Prophylaxe.
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